Home | Impressum
18.11.2017


Pressemeldungen

 

18.11.2012 - Volkstrautertag: Ansprache des Fraktionsvorsitzenden Udo Schönfelder


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

der Volkstrauertag ist ein bedeutsamer Termin im November. Eingerahmt von Allerheiligen und vom Totensonntag schafft dieser Tag Zeit und Raum dafür, innezuhalten und sich dem Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu widmen.

In der Erinnerung an die Kriege des 20. Jahrhunderts und an ein Europa, das in Trümmern lag, setzen wir uns mit dem Verlust und Leid von unvorstellbar vielen Menschen auseinander.

Unsere Gedanken sind bei den gefallenen Soldaten, den Kriegsgefangenen, den Opfern der Gewaltherrschaft, der Bombenangriffe, der Flucht und der Vertreibung.

Indem wir bewusst zu Trauer und Mitgefühl bereit sind, spüren wir, wie wir mit diesen Menschen verbunden sind.
Ob wir sie gekannt haben oder nicht.
Ob wir mit Ihnen verwandt sind oder nicht.
Die Toten der Weltkriege sind Teil der Deutschen Geschichte. Wenn wir die Opfer vergessen oder die Erinnerung an sie verdrängen, wenn wir nicht nach den Ursachen all des menschlichen Leids fragen und ihr Schicksal nicht als Mahnung zur Friedfertigkeit begreifen, dann beeinträchtigen wir hierdurch letztendlich nicht weniger als das gemeinsame Miteinander künftiger europäischer Generationen und reden denen das Wort, die aus ideologischen Gründen verfälschen, Versöhnung und Völkerverständigung beeinträchtigen und Hass schüren.

Erinnerung an die Vergangenheit bedeutet Wachsamkeit und ist Voraussetzung und Fundament einer guten friedlichen und partnerschaftlichen Zukunft.
Der Volkstrauertag erinnert nicht nur an das eigene Leid, sondern schließt immer auch das Gedenken an die Opfer aller beteiligten Staaten und Nationen mit ein.

Wir denken heut an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker.

Wir gedenken der Soldaten, in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihre Heimat, ihre Familien und ihr Leben verloren.

Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurden.

Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten und Verfolgte beschützen wollten.

Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politische Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten, Polizistinnen und Polizisten, Entwicklungshelfer und andere Einsatzkräfte, die im Dienste für unsere Heimat ihr Leben verloren
und auch für die, die heutzutage durch Hass und extremistische Gewalt jeglicher Art Opfer geworden sind, verfolgt, verletzt oder getötet wurden, insbesondere auch an die von Rechtsextremisten gerade einmal 30 Kilometer südlich von uns Ermordeten und deren Angehörigen.

Wir trauern mit allen betroffenen Müttern und Vätern, allen Kindern und Enkeln, mit allen Brüdern und Schwestern, mit allen Freunden und Verwandten und mit allen, die Leid tragen.

Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der Welt.
Hoffnung, die wir in uns selbst immer wieder entwickeln müssen, ist einer der Schlüssel zu einer guten Zukunft für uns, unsere Kinder und alle kommenden Generationen.

Lassen wir diese Hoffnung niemals fallen.

Pressemeldungen Fraktion