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20.09.2017


Pressemeldungen

 

01.11.2013 - Zur Perspektive der Wirtschaftspolitik innerhalb der Stadt Forchheim - Interview mit dem Fraktionsvorsitzenden


Zur Perspektive der Wirtschaftspolitik innerhalb der Stadt Forchheim
- Interview mit dem Fraktionsvorsitzenden Udo Schönfelder


1. Braucht Forchheim neue Gewerbegebiete?
A) Warum ja/nein
Erheblich größerer Handlungsdruck existiert beim Thema Wohnungsbau, dies gilt für alle Bevölkerungsgruppierungen. Es wäre aus verschiedenen Gründen problematisch, wenn wegen einem mangelhaften Angebot viele Interessente (aktuell 400 bis 600) in anderen Gemeinden bauen/wohnen würden. Eine leistungsstarke Stadt mit guter Infrastruktur und attraktivem Freizeitangebot benötigt auch stabile Einkommensteueranteile. Gleichwohl können weitere Gewerbegebiete Sinn machen…

B) Wo und warum?
… zum einen innerhalb unserer Stadtteile, diese haben durchaus den politischen Anspruch, Gewerbe und somit auch Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort zu halten, z.B. mittelständische Handwerksbetriebe oder Handel/Lebensmittelversorger (letzteres gilt derzeit insbes. für Kersbach), allerdings müssen diese nachbarschaftsverträglich gebaut und betrieben werden können. Zum anderen ist Forchheim Nord interessant, betrachtet man die Nähe zur Autobahnausfahrt Forchheim Nord.

C) In welcher Größe und warum?
In den Stadtteilen ggf. kleinstrukturiert, in FO-Nord ggf. auch etwas großzügiger, wobei es gilt, auf Belange der Umwelt und des Naturschutzes zu achten! Insoweit ist konsequent auf das Verhältnis „Anzahl Arbeitsstellen / Platzbedarf“ zu achten.

2. Wie bewerten Sie die Entwicklung in der Vergangenheit?
Forchheim hat durch vorausschauende Weichenstellungen enorme Anforderungen des Strukturwandels bewältigt (Spinnerei, Weberei, Kimberly); gerade auch nach Kriegsende waren hier Unternehmer, die nach Forchheim umsiedelten, wertvolle Stützen, Forchheim kann ihnen nicht oft genug danken (Waasner, Piasten…)

Was muss besser werden, was kann so bleiben?

Insgesamt sind wir hier sehr erfolgreich unterwegs, nicht als Selbstzweck sondern um eine Stadt zu sein, innerhalb viele Bürgerinnen und Bürger ihrem Broterwerb nachgehen können. Wir tun auch Gutes für die Umwelt, wenn sich morgens nicht so viele in die Pendlerströme Richtung Mittelfranken einreihen müssen…

Handlungsbedarfe sehe ich vor allem im Bereich des City-Managements (Leerstände müssen reduziert werden und der Branchenmix ist teilweise optimierungsfähig: Goldankaufläden, Handyshops…). Hauseigentümer sind langfristig gesehen gut beraten, ggf. etwas selektiver ihre Mieter auszuwählen…
Auch im Bereich Tourismus sehe ich Potentiale, was die Entwicklung der Wohnmobilbesucher beweist. Wir könnten durch Hotels und Gastronomiebetriebe weitere Arbeits- und Ausbildungplätze schaffen, attraktiv genug ist jedenfalls Forchheim mit seinen kulturellen und Freizeit-Angeboten.

3. Wie bewerten Sie die Ausweisung von neuen Gewerbeflächen?
A) im Verhältnis zu anderen Gemeinden? Gibt es dort einen a) fairen b) unfairen Wettbewerb (gerne mit Beispiel)?

Wir arbeiten doch alle recht konstruktiv zusammen im interkommunalen Dialog (WIR, EMN…); aber in der Tat: Wenns konkret wird, ist i.d.R. jeder Bürgermeister zunächst für seine Gemeinde unterwegs, wofür man auch Verständnis hat. Dieser Wettbewerb ist manchmal hart, ob er unfair ist, möchte ich nicht beurteilen. Dass Kreul uns verlassen hat, ist sicherlich gut für Hallerndorf, aber wir haben viele andere gewinnen können, dies zählt!

B) Im Verhältnis zum Landkreis. Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit?

Die Wirtschaftsförder-Politik des Landkreises kann man mit der der einzelnen Gemeinden kaum vergleichen, hier existieren andere Schwerpunkte, so hat der Landkreis selbst kaum Möglichkeiten, unmittelbar eigene Gewerbeflächen anzubieten. Dies ist auch gut so, im Rahmen der Subsidiarität können dies die BürgermeisterInnen vor Ort besser. Der LK hat diese allerdings zu unterstützen, dies tut er im Rahmen seiner Möglichkeiten.
Betrachtet man noch eine Ebene darüber (WIR, Wirtschaftsregion Bamberg/Forchheim) werde ich allerdings nachdenklich, manchmal skeptisch: Es passt einfach nicht zusammen, dass man im Bereich der Wirtschaftspolitik freundlich und vertrauensvoll zusammenarbeiten möchte und im Bereich der Gesundheitspolitik den anderen hintergeht. Mit dem Landkreis Forchheim aber auch mit dem Landkreis Bamberg klappt dies gut. Allerdings hat sich OB Starke in diesem Zusammenhang bereits einiges geleistet, was nicht erfreulich ist und vertrauensvolles Zusammenarbeiten erschwert . Auch was die Zukunftsfähigkeit der Berufsschule, der FOS – aber auch was mögliche Hochschul-Außenstellen anbelangt: Die Stadt Bamberg könnte uns durchaus unterstützten, wenn sie dies möchte - Partnerschaft bedeutet schließlich ja nicht nur nehmen sondern auch geben.


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