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20.09.2017


Pressemeldungen

 

22.09.2014 - Perspektivisch 27.000 oder 33.000 Einwohner? - Offener Brief in Sachen Stadtentwicklung an Herrn Ingolf Franke


Sehr geehrter Herr Franke,

herzlichen Dank für Ihre weiteren Informationen und den fairen Meinungsaustausch.

Wie mitgeteilt, finden Sie unsere Positionierungen insbes. an folgenden Stellen:

http://www.csu-forchheim.de/ov/pm/einzelpm/?item=160

http://www.csu-forchheim.de/ov/pm/einzelpm/?item=244

Hinsichtlich der von Ihnen mehrfach und offensichtlich als besonders wichtig erachteten Aussagen zur demographischen Entwicklung darf ich auf folgendes hinweisen:

• Die Hochrechnungen des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung beruhen auf in der Vergangenheit liegenden Entwicklungen.
• Diese interpolieren eine Entwicklung, die im wesentlichen unterstellt, dass früher Geschehenes sich insoweit relativ weiterentwickelt.
• Außerordentliche positive oder negative Einflüsse, unsere Zukunft betreffend, werden in diesen Hochrechnungen außen vor gelassen:
Seite 5: „… Vor Ort sind die spezifischen Faktoren (z.B. erhöhte Zuzüge durch Betriebsansiedlungen…) die einen erhöhten Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung haben könnten, besser bekannt.“
Und in der Tat: außerordentliche Einflüsse insbes. durch Betriebsansiedlungen spielen vor Ort eine Bedeutung und es gilt nun durch kommunalpolitische Weichenstellung darauf hinzuwirken, dass das Bevölkerungswachstum auch in der Kommune stattfindet, welche die Arbeitsplätze stellt, nicht nur innerhalb der Nachbargemeinden.

Gerade hier sieht man den Unterschied kommunalpolitischer Handschriften: Andere stecken den Kopf in den Sand und verwalten den Niedergang, wir wollen konsequent und nachhaltig gestalten!
Dies im Interesse insbesondere auch kommender Generationen.
Um es nochmals auf den Punkt zu bringen: Wir stehen dafür, dass Forchheim sich mittel- bis langfristig sich „eher Richtung 33.000 als Richtung 27.000 Einwohner“ entwickelt und dies aus guten Gründen, insbesondere um die Zukunft wichtiger und attraktiver Einrichtungen (wie KiTas, Schulen, kulturelle Projekte, Feuerwehren, Förderung sozialer Projekte, Sportförderung, Königsbad, Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten… - um nur einige zu nennen) dauerhaft sicherzustellen.

Wie bereits mitgeteilt ist es uns darüber hinaus ein Herzensanliegen, dass Wachstum nicht nur in einem Stadtteil (Kersbach) stattfindet, welcher ggf. infrastrukturell überhitzt, sondern dass alle Stadtteile (also auch Buckenhofen, Burk und Reuth) hierbei ihre Perspektiven und Chancen erhalten.

Ergänzend darf ich auf folgende Aussage einer Publikation der Nordbayerischen Nachrichten vom 20.09. verweisen:
„Es kann nur an fehlender Sachkenntnis der Wohnungslage liegen, wenn ein Sprecher der Bürgerinitiative „Schützt die Reuther Hänge“ davon spricht, dass in Forchheim der Bedarf an Wohnungen und Häusern gedeckt sei. Das denkt nur, wer bereits im warmen Eigenheim sitzt. Im Gegenteil profitieren vom klammen Forchheimer Immobilienmarkt weiterhin Eggolsheim, Heroldsbach, Hausen und Co. und wachsen nach wie vor.“

Es gibt ihn, den Nachfragedruck.
Und zwar einen erheblichen! Erkundigen Sie sich bitte bei fachkundigen Stellen.
Betroffen sind übrigens nicht nur abstrakte Externe, die neue Wohnmöglichkeiten innerhalb d e r Stadt Forchheim suchen, sondern auch hier geborene oder seit langem lebende Wohnungs- bzw. Bauland-Suchende, die weiterhin innerhalb i h r e r Heimatstadt leben möchten.

Vergleichen Sie bitte einmal über die letzten Jahrzehnte hinweg

- die Bevölkerungsentwicklung
- die Flächenentwicklung (Luftbildaufnahmen)
- die bei der Gemeinde verbleibenden Einkommensteueranteile (relevant auch für freiwillige Bezuschussungen kultureller oder sozialer Projekte…)

unserer (nach Ihrer Einschätzung nur noch b.a.w.) Großen Kreisstadt Forchheim und unserer Nachbargemeinden.

Bremser vor Ort sind „die besten Förderer“ anderer Gemeinden – und man könnte auf die Überlegung kommen, ob diese von unseren Nachbarbürgermeister hierfür irgendwann die dortige Ehrenbürgerschaft erhalten oder anderweitig bedacht werden; aber genug der Ironie und Spekulation…

Bevölkerungsentwicklung von 1970 bis 2011:
+ 09 % Forchheim
+ 52 % Hausen
+ 83 % Heroldsbach
+ 43 % Hallerndorf
+ 31 % Eggolsheim
+ 42 % Baiersdorf


Wünschen Sie sich, sehr geehrter Herr Franke, eine (ggf. dann nicht mehr Große) Kreisstadt Forchheim, die Infrastrukturmaßnahmen und freiwillige Förderungen kaum mehr finanzieren kann und fürs Umland Arbeitsplätze vorhält, wohin gegen Häuslebauer und Familiengründer überwiegend in einem Speckgürtel rund um Forchheim tätig werden?

Neben finanziellen Aspekten bitte ich auch folgenden, ebenfalls in der NN veröffentlichten Gedanken (der unserer sein könnte), zu werfen:

„Das Wohnen in der Stadt — so viel übrigens zur Ökologie-Debatte — hat einen erwünschten positiven Effekt für die Umwelt: Ein Eigenheim in der Stadt ist für Natur und Klima immer besser als eines auf dem Land.“

In diesem Sinne!

Udo Schönfelder

Pressemeldungen Fraktion