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24.09.2017


Pressemeldungen

 

09.03.2015 - Antrag auf Fortschreibung des Flächennutzungsplans, Stadtentwicklung durch Baulandausweisung und Schaffung zusätzlichen Wohnraumes


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

aus folgenden Gründen beantragen wir die Änderung des aktuellen Flächennutzungsplans bzw. dessen zeitnahe Umsetzung hinsichtlich Wohnraumschaffung:

• Die Entwicklung unserer Großen Kreisstadt Forchheim ist in wirtschaftlicher Hinsicht sehr erfreulich, insbesondere hinsichtlich der Haltung und Neuansiedlung von Unternehmen sowie der Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Wir unterstützen als Motor des Landkreises hierdurch auch Arbeitnehmer unserer Nachbargemeinden. Vor diesem Hintergrund wollen wir den demografischen Wandel nicht passiv über uns ergehen lassen, sondern aktiv gestalten. Hierdurch wollen wir – und zwar im gesamten Stadtgebiet, also auch in Buckenhofen, Burk, Kersbach und Reuth – hinsichtlich der Bevölkerungsentwicklung ein qualitatives Wachstum („Besser 33.000 als 27.000 Einwohner), mit welchem wir dauerhaft den Erhalt unserer attraktiven und leistungsstarken Bildungs- und Infrastruktureinrichtungen sicherstellen.

• Wir halten es für dringend erforderlich, für alle Bevölkerungsgruppen verstärkt Wohnraummöglichkeit zu schaffen, dies ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch sozial gerechtfertigt, da ein größeres Angebot preisreduzierend wirkt. Von verstärkt nach Anerkennung des Asylverfahrens unterzubringenden Flüchtlingen bis hin zu sog. Besserverdienenden – deren Einkommensteueranteile wir auch für freiwillige z.B. soziale oder kulturelle Projekte gerne verwenden – ist das gesamte Bevölkerungsspektrum zu berücksichtigen.

• Im Vergleich mit unseren Nachbargemeinden ist festzustellen, dass wir innerhalb der letzten vier Jahrzehnte quantitativ beinahe auf der Stelle getreten sind, wohingegen dort ein deutliches Wachstum zu verzeichnen ist. Zu viele Forchheimer Familien haben ihre Heimatstadt verlassen und siedelten sich in den Nachbargemeinden an. Neben diesem quantitativen Faktor kommt hinzu, dass sich – neben beachtlichen Entwicklungen innerhalb unserer Nachbarstädte (Bamberg will ein neues Baugebiet für 5.000 Personen entwickeln!) - unsere unmittelbaren Nachbargemeinden im interkommunalen Wettbewerb auch in struktureller Hinsicht besser entwickelten als unsere Stadt. Hier müssen wir gegensteuern!
Wir wollen zum einen die Erledigung unserer Pflichtaufgaben bzw. die erwähnten Bildungs- und Infrastruktureinrichtungen durch z.B. stabile Einkommensteueranteile sicherstellen, zum anderen auch weiterhin Mittel für freiwillige Maßnahmen in Bereichen wie Kultur, Sport, Soziales oder Naturschutz bereitstellen können.

• Unverkennbar existieren ein deutlicher Wettbewerbsdruck bzw. erhebliche Nachfrageüberhänge im Wohnungsbau, dies gilt auch für den Geschosswohnungsbau. Viele Anfragende werden vertröstet, wandern ab und bauen im Umland. Dies kann auch negative Auswirkungen hinsichtlich der gesamten Bevölkerungsstruktur bedeuten (Stichwort „Sozialraumanalyse“).

• Wir unterstützten seinerzeit die Abfrage von Baulückenbesitzern, das Ergebnis war ernüchternd, die Lage hat sich nicht verbessert. Abschließend dürfen wir noch darauf hinweisen, dass die Realisierung von Wohnraum in der Nähe von Arbeits-stätten kurze Wege, weniger Verkehr und somit gelebten Umweltschutz darstellt.

• Verwaltungsinterne Unterstützung: Sollte es innerhalb der Verwaltung zu ressourcenbedingten Engpässen kommen, beantragen wir die Schaffung von zeitlich befristeten Stellen oder alternativ die planerische Vergabe an Externe. Darüber hinaus halten wir es für sinnvoll, bei Ablehnung des Baulandmodells durch Einzelne - vorausgesetzt eine deutliche Mehrheit der Nachbarn würde dies akzeptieren - auch alternative Lösungen, wie Ankauf durch die Stadt, Umlegung oder Flächentausch verstärkt zu realisieren. Es wäre auf Dauer problematisch, wenn wenige Einzelne die Entwicklung unserer Stadt beeinträchtigen.

Vor diesem Hintergrund beantragen wir die sehr zeitnahe Änderung des Flächennutzungsplanes, hier Umwandlung von Garten- oder Grünland in Bauland, bzw. die Schaffung von Wohnraum an folgenden Standorten:

1. Buckenhofen: Tränklein, östlich Pater-Rupert-Mayer-Str., Wasserstall
2. Forchheim West: am Weingartsteig (Nachverdichtung bzw. Lückenschluss)
3. Burk: Linsengraben und Dorfäcker, Starenweg, Sudetenweg, Heiliger Graben / Schöne Marter (Hanglage nordwestlich des Hausener Kreisels)
4. Reuth / Forchheim Ost: Auerberg östlich Friedhof, Hornschuchpark (Spinnerei)
5. Kersbach: Stampfäcker, Point, Fläche östlich Stampfäcker (nördlich Gosberger Str.), südlich des vorhandenen Gewerbegebiets am Kersbacher Kreisel bis südlich Bahnhof Kersbach: Gewerbebauriegel zur Lärmabschottung der Baugebiete
6. Innenstadt: Löschwöhrdgelände; Jahn- und ATSV-Flächen sowie Fläche südlich Pechthold bis einschl. Tennisanlage
7. Forchheim Nord: Nördlich Polizei (Mischgebiet), Nördlich Tierheim (Gewerbegebiet)
8. Serlbach: soweit sinnvoll moderate Baulandausweisung
9. Siegritzau: soweit sinnvoll moderate Baulandausweisung

Mit freundlichem Gruß

Udo Schönfelder Holger Lehnard
Fraktionsvorsitzender stv. Fraktionsvorsitzender, Sprecher PLUA

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