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20.09.2017


Pressemeldungen

 

06.08.2008 - Brief an den Oberbürgermeister


CSU Stadtratsfraktion Forchheim

Stadt Forchheim
Herrn Oberbürgermeister
Franz Stumpf

Forchheim, 06.08.08

Antrag zur Gewährleistung des Jugendschutzes, Verbesserung der Sicherheit und Attraktivitätssteigerung des Annafestes
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
das Annafest Forchheim hat eine lange Tradition, stellt den Höhepunkt Forchheimer Festereignisse dar und erfreut sich bei der Bevölkerung großer Beliebtheit.
Gleichwohl gibt es aus Sicht der CSU-Stadtratsfraktion Handlungsnotwendigkeiten.
Obwohl seitens der Brauereien, Wirten und Musikgruppen über die Festtage sehr viel Positives geleistet wurde, halten wir es aufgrund einzelner Ausreißer für erforderlich, die Aspekte Qualität, Freundlichkeit, Musikstil, Lautstärke u. a. zu kritisch zu hinterfragen und Verbesserungen einzuleiten. Hierbei ist insbesondere darauf zu achten, dass der Charakter des Annafests als fränkisches Volksfest gefördert wird. Wir bitten in diesem Zusammenhang insbesondere auch die Anregungen unseres MdL Eduard Nöth (Schreiben vom 09.08.07) zu berücksichtigen.
Zu den Aspekten Jugendschutz und Sicherheit fordern wir, dass – ohne unüberlegte Schnellschüsse zu abzugeben – die Sachverhalte gründlich aufbereitet werden und im Anschluss auch konsequent gehandelt wird.
Von besonderer Bedeutung sind uns neben der quantitativen und qualitativen Entwicklung von Körperverletzungen insbesondere der Alkoholmissbrauch, dort insbesondere der von Jugendlichen begangene.
Auch wenn festzustellen ist, dass überdurchschnittlich viele Jugendliche bereits vor Besuch des Annafests erheblich alkoholisiert sind – und hier sind insbesondere die Erziehungsberechtigten gefordert – muss sich die Stadt Forchheim insbesondere auf dem Festgelände ihrer Verantwortung und Vorbildfunktion bewusst sein.
Folgende Aspekte bitten wir konkret zu hinterfragen und innerhalb des nächsten Haupt-, Personal- und Kulturausschuss zu thematisieren:

1. Analyse der Anzahl und Qualität der Verletzungen aufgrund Fremdeinwirkung sowie Gesundheitsprobleme aufgrund Alkoholkonsum; hierbei sollen auch die Erfahrungen des Klinikums, weiterer beteiligter Krankenhäuser (Kinderklinik) und der beteiligten Sanitätsdienste einfließen

2. Prüfung – soweit möglich - , von wem und wo Jugendliche außerhalb (Umfeld) und innerhalb des Annafestes Alkohol bezogen haben und Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz begangen wurden

3. Prüfung, wo Verhaltensauffällige bzw. Gewalttätige Alkohol konsumiert haben

4. Prüfung, inwieweit Schnapsbuden Ursachen für Probleme waren und ob diese dem Charakter des Annafestes förderlich sind

5. Prüfung, ob insbesondere die existierende aber häufig sehr unauffällig arbeitende Sicherheitswacht verstärkt in den Annafest-Eingangsbereichen auf den Zustand Angetrunkener achtet und ggf. das Betreten des Festgeländes unterbinden soll

6. Prüfung, ob eine Veranstaltung wie die frühere Annanacht sinnvoll ist, damit jüngere Erwachsene nach Annafest-Ende einen zentralen Anlaufpunkt haben

7. Prüfung, ob die Sperrzeiten geändert werden; hierbei sollten insbesondere die Erfahrungen der Polizei berücksichtigt werden Darüber hinaus bitten wir um Überprüfung, ob entsprechende Erkenntnisse auch bei weiteren Veranstaltungen innerhalb der Stadt Forchheim berücksichtigt werden sollen.

Wir bedanken uns ausdrücklich bei der Presse, die in aller Deutlichkeit auf vorhandene Missstände hingewiesen haben. Unser Dank gilt der Polizei, den Sanitätskräften sowie den flankierenden Helfern von Jugendamt oder Kreisjugendring, allen Wirten, die vorhandene Vorschriften beachten sowie Eltern, Erziehungsberechtigte und Aufsichtspersonen, die ihrer Rolle auch gerecht werden.
Die zu nunmehr zu veranlassenden Schritte sollen unter Federführung der Stadt gemeinsam innerhalb einer Gruppe erarbeitet werden, in welcher alle Beteiligten vertreten sind.
Mit freundlichen Grüßen
Udo Schönfelder

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