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18.11.2017


Pressemeldungen

 

01.12.2008 - „Kommunen, die nicht kinderfreundlich sind, werden den Bach hinuntergehen“


Gute Infrastruktur ausschlaggebend für die Wahl des Wohnortes

Neue Schulform dargestellt: Lernen und Betreuung im Lebensraum Schule

Bei der letzten Veranstaltung des Arbeitskreises 1: Kinder, Familien/Alleinerziehende,
Schulen, Kinderbetreuung, Freizeiteinrichtungen für Kinder konnte die Vorsitzende
Birgit Kaletsch wieder zahlreiche Vertreter aus Forchheims Krippen, Kindertagesstätten und Grundschulen begrüßen.
Schulamtdirektor Herr Gerhard Koller stellte den neuen Bildungsbericht 2008 vor und
zeigte die Risikolagen für Kinder auf. Daraus ist klar ersichtlich, dass Bildung der Eltern, Arbeitslosigkeit und Einkommen entscheidend auf die Bildungsfähigkeit und Entwicklung der Kinder einwirken.
Dass aber leider auch die Ausgaben für die Bildung als auch für Maßnahmen der
außerschulischen Jugendarbeit zurückgefahren wurden.
Um aber als Bildungsland, auch international, mithalten zu können, muss endlich dem großem Personalbedarf im Bereich der frühkindlichen Bildung, als auch dem Ersatzbedarf an pädagogisch qualifiziertem Personal an Schulen Rechnung getragen werden!
Der prozentuale Anteil erwerbstätiger Frauen und Mütter ist stetig am steigen. Wirtschaft und Industrie können und sollen auf gut ausgebildete Frauen nicht mehr verzichten.
Auch ist auf Grund der wirtschaftlichen Lage oft die Berufstätigkeit beider Elternteile notwendig. Deshalb ist ein gutes Betreuungsangebot der Bildungseinrichtungen für
die familiäre Lebensführung von entscheidender Bedeutung. Dies gibt den Familien
Wahl- und Gestaltungsmöglichkeiten und beeinflusst auch die weitere Familien-
planung.
Denn unsere Familiensituation und unsere Gesellschaft hat sich verändert!
Wir benötigen für die verschiedenen Familiensituationen eine verlässliche Betreuung ( z.B. Ferien, Buß- und Bettag) und wir brauchen Alternativen.

Vertreter von Elternbeiräten zeigten klar und verständlich auf, welchen Problemen
Eltern gegenüberstehen, mit der langen Ferienzeit der Schulkinder und den weitaus
geringeren Urlaubstagen. Eltern werden hier alleingelassen!

Gibt es doch auch in anderen europäischen Ländern gute Lösungen und Regelungen für diese Zeit!
Wie die Leiterin der Kinderkrippe “Schneckenhaus“ berichtete, versuchte sie bereits
im letzten Sommer das Problem “Ferien und Betreuung“ für die Eltern von Schulkindern durch Angebote zu lösen. Doch wurden ihr die hierfür notwendigen
Räumlichkeiten leider nicht zur Verfügung gestellt.
Hieraus wird ersichtlich, dass es einen offeneren Umgang mit der Nutzung und
Bereitstellung öffentlicher Räume und Hallen geben muss und man für verschiedene
verlässliche und qualifizierten Angebote offen sein sollte.
Interessiert und offen verfolgten die Veranstaltungsteilnehmer die Informationen
des Schulamtdirektors zum Schulmodell Tagesschule.
Durch eine neue Gestaltung des Tageslaufes werden hier Betreuung und Förderung der Kinder optimal miteinander verbunden und das soziale Mit- und Füreinander kann im Tagesablauf gut gelebt und gefördert werden.
Das Zeitkonzept der Tagesschule berücksichtigt den natürlichen Lernrhythmus des Kindes, sorgt dafür, dass die Hausaufgaben weitgehend bereits in der Schule
erledigt werden und lässt zusätzliche Angebote durch Externe zu.
Im Landkreis Forchheim gibt es zurzeit eine Tagesschule in Wiesenthau, Poxdorf und Hilpoltstein
Wichtig hierbei ist für die jeweilige Schule die individuelle Konzeptentwicklung,
welche im Einklang mit Eltern und Lehrkräften gestaltet werden muss.

Die Elternvertreter, die Schulleiter, sowie die Leitungen und Vertreter aus dem Krippen, Kindertagesstättenbereich und der Lebenshilfe nutzen die Möglichkeit hierzu Fragen zu stellen, weitere Anregungen von Herrn Koller zu erhalten und gaben ihre Wünsche und Anregungen zur Verbesserung der Betreuungssituation an den Schulen und im vorschulischen Bereich an den Bildungspolitischen Sprecher im Landtag MdL Herrn Nöth weiter.
Für den vorschulischen Bereich ist festzuhalten, dass es eine kleine Verbesserung
in Bezug auf den Betreuungsschlüssel gegeben hat. Diese aber bei weitem für
eine individuelle und gezielte Förderung noch nicht ausreichend ist.
Hier wurde eine weitere Verbesserung für die nächsten Jahre in Aussicht gestellt.

Abschließend kann festgehalten werden, dass auf Grund der veränderten
Lebenssituationen in den Familien, die Betreuung und Förderung in den Einrichtungen für Kinder vom Säuglingsalter an, eine andere und große Heraus-
Forderung für die Kommunen, die Gesellschaft und das Land darstellt.
Bei dieser Veranstaltung wurde aber auch ganz klar aufgezeigt, dass durch
den veränderten Tagesablauf andere und vielfältige Raumangebote vorhanden
sein müssen. Denn selbst bei sinkender Geburtenrate, weiss man nun, dass ein
vielfältiges Raumangebot für die Gestaltung des Tagesablaufes vorhanden sein
muss.
Sinnvoll wäre es natürlich, diese Räumlichkeiten bei Bedarf auch Vereinen zur Verfügung zu stellen, wenn keine Nutzung mehr im Tagesablauf durch die Kinder erfolgt.
Herr Bauer von der Martinsschule verteilte an alle Interessierte ein Informations-
band über “Bildungshäuser für Kinder von drei bis zehn Jahren. Herausgegeben
vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Diese Expertise trägt auch dazu bei, vieles neu zu überdenken.

Ein städtisches Bildungsamt, so Herr Koller, in dem alle bildungsrelevanten Einrichtungen in einem Gebäude anzutreffen sind, wäre sicherlich eine Bereicherung für Stadt und Landkreis Forchheim.

Für die CSU –Fraktion in Forchheim stellte ihr Vorsitzender Udo Schönfelder
schon an diesem Abend fest, dass man auf Grund der hier gewonnenen Erkenntnisse
entsprechende Anträge zum Wohle der Kinder und Familien bei der Stadt einbringen
werde.
Ein weiterer Besucher der Veranstaltung äußerte sich im Laufe des Abends zusammenfassend: “Kommunen, die nicht kinderfreundlich sind, werden den Bach hinuntergehen“!

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