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18.11.2017


Pressemeldungen

 

03.02.2009 - Antrag zur Verbesserung der Kinderförderung und Kinderfreundlichkeit


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Forchheim ist mit seinen bedarfsorientierten, vielfältigen Angeboten und innovativen Ansätzen („Selbstevaluation“, „FOrsprung“, „Modellregion“) bereits auf einem sehr guten Weg, gleichwohl haben Fachgespräche mit Expertinnen/Experten, Lehrkräften, Erzieher/innen und Elternvertretern verdeutlicht, dass es einen entsprechenden Handlungsbedarf gibt.
Als wesentlichen Baustein einer vorausschauenden Stadtentwicklung, zur Unterstützung der Zukunftsfähigkeit der Großen Kreisstadt Forchheim sowie aufgrund sozialer und pädagogischer Erfordernisse beantragt die CSU-Stadtratsfraktion eine ganzheitliche Entwicklung zur Verbesserung der Kinderfreundlichkeit und der Kinderförderung unter Einbeziehung der nachfolgenden Punkte:
1. Hinsichtlich aktueller Weiterentwicklungen ist zu klären, von welchen Bedarfsprognosen innerhalb der städtischen Grundschulen und Hauptschulen insgesamt auszugehen ist. Weiterhin ist zu klären, welche Bedarfe hinsichtlich Ganztagesschulen vorhanden sind bzw. sein werden.
2. Hinsichtlich der Finanzierung sind die Gesamtkosten, Zuschussmöglichkeiten und kommunalen Anteile für Investitionen und laufende Maßnahmen zu konkretisieren.
3. Hinsichtlich bisheriger Entwicklungen (s.o.: Modellregion, FOrsprung) ist im Haupt-, Personal- und Kulturausschuss ein Sachstandsbericht zu geben, der alle vorhandenen Varianten und mitwirkenden Stellen (z.B. Schulsozialarbeit, Mittags- bzw. Nachmittagsbetreuung) darstellt.
4. Nach Vorstellung der Staatsregierung soll die Eigenverantwortung der Schulen gestärkt werden, Kommunen werden künftig stärker in die Schulentwicklung eingebunden sein. Dies ist zu begrüßen, denn vieles lässt sich auf örtlicher Ebene besser organisieren. Seitens der Stadt Forchheim sind entsprechende Modellversuche, pädagogische Konzepte und innovative Ansätze konsequent zu unterstützen.
5. Vielfältige Angebotsformen sollen vorhanden sein, durch welche Eltern in ihren Entscheidungsmöglichkeiten unterstützt werden. In relevanten Fällen ist sicherzustellen, dass auch schulsprengelübergreifende Angebote weiterhin möglich sind.
6. Die Stadt Forchheim muss die Vernetzung auch zwischen staatlichen Institutionen, Schulleitungen und Lehrern, Eltern/Elternbeiräten, Fördervereinen, kirchlichen und freien Trägern fördern; ebenso die Zusammenarbeit der Grundschulen mit Kinderbetreuungseinrichtungen bzw. Kindergärten mit Grundschulen. Interessierte Seniorinnen und Senioren sind aufgrund ihrer Lebenserfahrung sowie Vereine aufgrund ihres breiten Spektrums verstärkt in eine innovative Mittags- oder Nachmittagsbetreuung und speziell auch für eine sinnvolle Ferienbetreuung einzubinden.
7. Städtische Schulen sollten sich - neben ihrer Kernaufgabe als Lern- und Lebensraum - öffnen und in enger Abstimmung mit der jeweiligen Schulleitung sowie in Zusammenarbeit mit Vereinen und weiteren relevanten Institutionen zu attraktiven Stadtteilzentren weiterentwickelt werden.
8. Jugendsozialarbeit an Schulen ist auf Dauer sicherzustellen und bei Bedarf auszubauen.
9. Als wichtigen Beitrag zur Integration sollten geistig und körperlich behinderte Kinder unsere Regelschule besuchen können. Seitens städtischer Schulen sind entsprechende Räume zur Verfügung zu stellen. Es ist hierbei anzustreben, dass im Einvernehmen mit den Schulleitern auch sog. Außenklassen eingerichtet werden.
10. Die Anzahl der angebotenen Kindergarten- und Krippenplätze muss sich „vor Ort“ am Bedarf orientieren – dies ist gelebte Familienfreundlichkeit! Dort ist die frühkindliche Bildung zu fördern. Gerade benachteiligte Kinder sollten zur Verbesserung ihrer weiteren Chancen konsequent zum Besuch entsprechender Einrichtungen motiviert werden. Für hauswirtschaftliche Arbeiten ist seitens des Trägers Personal bedarfsgerecht bereitzustellen.
11. Sichere und attraktive Kinderspielplätze, aber auch Pausenhöfe der Schulen sind für Kinder zugänglich zu machen. Kinderlärm ist Zukunftsmusik! Im Rahmen ihrer Möglichkeiten muss die Stadt konsequent darauf Einfluss nehmen, erforderliche Freiräume für Kinder zu erhalten; dies gilt insbesondere auch hinsichtlich der Nutzung von Spielplätzen und Pausenhöfen – auch außerhalb der Schulzeiten. In neuen Baugebieten ist stets darauf zu achten, dass ausreichende und geeignete Flächen für Spielplätze berücksichtigt werden.
12. Der seitens der CSU bereits eingebrachte Vorschlag, Spielplatzpatenschaften als Modellversuch zu realisieren, sollte bei den Spielplätzen in der von-Ketteler-Straße sowie in der von-Brun-Straße zeitnah umgesetzt werden.
13. Sauberkeit und gute hygienische Verhältnisse müssen innerhalb von Schulen, Turnhallen und Spielplätzen gegeben sein.
14. Die Arbeit der AGJF ist aufzuwerten und dauerhaft zu unterstützen. Hierbei sollte auch Wert auf eine abgestimmte Zusammenarbeit der Stadt mit dem KJR gelegt werden.
15. Stadtratsmitglied Stefan Zocher soll Jugendbeauftragter der Stadt Forchheim werden.
16. Eintrittspreise und Hallenbenutzungsgebühren sind konsequent kinder- und familienfreundlich zu gestalten.
17. Vor dem Hintergrund unserer Haushalts- und Finanzpläne sind die anstehenden Maßnahmen, insbesondere Grundschule Reuth, Grundschule Kersbach, Modernisierung der Adalbert-Stifter-Schule umzusetzen sowie auch die Unterstützung der Montessori-Schule sicherzustellen. Aktuelle Konjunkturfördermaßnahmen sind hierbei zu berücksichtigen.
Mit freundlichen Grüßen

Udo Schönfelder
Fraktionsvorsitzender

Birgit Kaletsch
Leiterin Arbeitskreis Kinder, Familie/Alleinerziehende, Schulen,
Kinderbetreuung und Freizeiteinrichtungen für Kinder

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